Oliver Gather

Bird Space / Vogelraum

Frühling 2026

Aus einem bildhauerischen, körper- und raumbezogenen Denken heraus beschäftigt sich der Düsseldorfer Künstler Oliver Gather mit sozialen Räumen und damit, wie sie genutzt werden. In seiner künstlerischen Praxis arbeitet er oft mit Methoden, die aus der Ethnologie stammen: viel Zeit vor Ort verbringen, geduldig beobachten, Gespräche führen. So geraten Lebenswelten, die zunächst selbstverständlich erscheinen, in den Blick – mit ihren skurrilen Momenten und ihrer eigenen inneren Logik.

 

Foto Oliver Gather

Im Projekt Bird Space / Vogelraum überträgt Oliver Gather diese Arbeitsweise auf ornithologische Zusammenhänge. Auch hier geht es für ihn um genaues Hinsehen und vor allem ums Zuhören. Beides nutzt er, um Raum plastisch zu denken und sichtbar zu machen. Singvögel erzeugen Raum nicht visuell oder architektonisch, sondern akustisch: durch Gesang, der ordnet, abgrenzt und ausdehnt. Anregend waren für Gather ornithologische Beobachtungen, wie sie Vinciane Despret in Wie der Vogel wohnt (Berlin 2022) beschreibt. Unterschiedliche Vogelarten bringen denselben Ort durch ihren Gesang als jeweils eigene Raumform hervor – etwa als vertikalen Klangzylinder oder als ausgedehnte Fläche entlang des Blätterdachs.

 

Foto Christian Ahlborn

Diese Annäherung an gelebten Raum als Teil eines großen, verflochtenen akustischen Vogelkörpers bildet die erste Recherche-Phase des Projekts. Gemeinsam mit Ornitholog*innen beobachte ich die akustische Raumproduktion der Vögel im urbanen wie im ruralen Kontext und interpretiere sie zeichnerisch.

 

Foto Christian Ahlborn